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01. Juli 2022

Donnerstag, 30. Juni 2022. Dieses Datum sollte man sich merken in der internationalen Orientierungslauf-Szene. An diesem Tag ist die historische erste Sprint-Weltmeisterschaft der Geschichte in Dänemark abgeschlossen worden. Mit historischen Ergebnissen in den Einzel-Sprints für Damen und Herren.

Und mit einem historischen „Rekord“ für Österreichs. Erstmals konnten sich 2 Herren und alle 3 Damen für das große Finale der Top 45 qualifizieren, darunter auch Jannis, der auf Platz 22 sprintete und Ylvi, die Platz 31 erreichte.

Würde es die dänische Stadt Vejle nicht geben, müsste man sie für hochklassige Sprint-Orientierungsläufe erfinden. Schon die Qualifikation am Vormittag hat es in sich. Die Bahnen sind anspruchsvoll und verzeihen kaum Fehler, so stark sind die jeweils drei Vorläufe besetzt. Motto für alle: "Eile in Vejle!". Die jeweils 15 schnellsten qualifizieren sich für das Finale. Ylvi schafft das mit einem guten, kontrollierten Lauf als 11. sicher. Bei Jannis entscheiden im Ziel zwei Sekunden zu seinen Gunsten. Zwei Sekunden, die er als 15. vor dem Titelverteidiger Isaac von Krusenstierna liegt. Der Schwede muss im Finale zusehen, in dem Jannis in der TV-LIVE-Übertragung gleich formatfüllend ins Bild gerückt wird.

 

Foto: Österreichs bester Sprinter bei der Arbeit                                                                                                                                             (c) Foto: IOF / William Hollowell

Gut unterwegs zur ersten Zwischenzeit muss Jannis plötzlich abbremsen und sogar stehen bleiben. Unverhofft steht er vor einer der vielen Absperrungen und muss seine Route unerwartet und rasch umplanen, muss sich neu orientieren und verliert dabei Zeit. Wie sich herausstellt, sollte diese Absperrungen nicht – wie viele „künstliche Zäune“ die Routenwahl der Läufer beeinflussen, sondern an dieser Stelle Autos vor dem Einfahren ins Laufgebiet abhalten. Diese Sperre war so nicht auf der Karte eingezeichnet und wäre zwar passierbar gewesen, irritierte Jannis aber natürlich so sehr, dass er umplanen und eine andere Route wählen musste. Weg waren 15 Sekunden, weg war der „Flow“, weg war die Chance auf die Top 15. Nach Platz 20 im Vorjahr wird es heuer Platz 22 für unseren Sprint-Staatsmeister und damit wieder ein äußerst starkes WM-Ergebnis.

Auch im Kampf um die Medaillen überschlagen sich die Ereignisse. Kasper Fosser [NOR] führt vor Gustav Bergmann [SWE] und Kristian Jones [GBR]. Yannick Michiels [BEL] sprintet als vermeintlich 4. Ins Ziel und ist enttäuscht. Dann wird der Brite disqualifiziert, weil er Posten 3 nicht gestempelt hat. So ist der Weg doch frei für die erste belgische Medaille bei einer OL-WM.

Historisch ist auch das Ergebnis bei den Damen. Rekordweltmeisterin und Favoritin Tove Alexandersson gewinnt nicht. Das völlig Unerwartete trifft ein, denn die Schwedin macht nicht einmal eine Medaille. Dafür gibt es ein doppeltes Happy-End für Großbritannien. Megan Carter-Davies macht auch im 3. Bewerb eine Medaille, sie wird Sprint-Weltmeisterin. Teamkollegin Alice Leake gewinnt Bronze und Simona Aebersold [SUI] freut sich über Silber.

Unsere WM-Debütantin Ylvi liefert auch im Finale eine solide Leistung ab, ist aber dennoch nicht restlos zufrieden. „Ich habe schon am Beginn zu Posten zwei immer wieder gezögert und habe auch danach einige Routenwahlen verhaut“, kommentiert sie ihren Lauf, der ihr immerhin den 31. Rang einbringt. „Ich kam nicht richtig in den Flow. Schade, da wäre mehr drinnen gewesen“, meint sie.

 

Foto: Im Flow oder im Fluss oder beides ?                                                                                                           (c) Foto: Kell Sönnichsen 

Begeistert war sie wie alle von der Stimmung in der Arena. Beim spektakulären Durchlauf bekam man nasse Füße, weil es durchs Wasser ging. Und beim Zieleinlauf bekam man Gänsehaut, weil es um jede Sekunde ging. Wie dann auch in 2 Jahren  bei der nächsten Sprint-WM in Edinburgh in Schottland.

Fotos [(C) Kell Sonnichsen, Dmytro Levin, IOF / William Hollowell]

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