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11. März 2020

 

Noch werden in Slowenien keine Sportveranstaltungen abgesagt. Noch messen an der slowenischen Grenze keine Feuerwehrleute in Strahlenschutzanzügen den Fieberstatus ausgewählter AutofahrerInnen. Noch sind keine slowenischen Dörfer oder Regionen Quarantäne-Sperrzonen.

Noch schlägt das Orientierungslauf-Fieber das Corona-Virus. Also auf zum Lipica Open-5-Tage-Lauf von 7. bis 11. März 2020. Auf in den slowenischen Karst, wo die Ansteckungsgefahr mit dem OL-Virus besonders groß ist. Denn die Inkubationszeit beträgt 1 bis 5 Tage. Auf zum traditionellen Saisonstart-Wochenende im Süden. Auf geht’s.

Der Karst ist die Welt zwischen dem Golf von Triest, dem Tal Vipavska dolina und der Hügellandschaft Brkini. Auf diesem Plateau an der italienisch-slowenischen Grenze treffen seit Ewigkeiten Wasser und wasserlöslicher Stein aufeinander. Und kreieren gemeinsam ein Mosaik aus Höhlen, unterirdischen Flüssen, Karsttrichtern (Dolinen) & Schächten.

Der Karst ist eine Landschaft der Gegensätze. Steinig und karg, aber auch bunt, magisch und lebensspendend. Der Karst ist auch ein großer Abenteuerspielplatz für FreundInnen technisch anspruchsvoller Orientierungsläufe. Die Verkarstung der Postengesellschaft hat mittlerweile alljährlich zu einer Reihe von Mehrtagesläufen im Karstgebiet geführt.

Das Lipica Open ist die traditionsreichste. Unter den mehr als 1.200 gemeldeten LäuferInnen aus halb Europa sind heuer auch 14 Wiener NaturfreundInnen, die sich das Dolinen-Festival nicht entgehen lassen wollen. Die Etappen 1 und 2 zählen zum Wochenend-Cup. Am ersten Tag gibt es eine abwechslungsreiche Langdistanz in Hanglage südlich von Lokev. Für die Top-Ergebnisse unseres Vereines sorgen Nico [M21Elite] und Werner [M50-] mit dem jeweils zweiten Platz, Ylvi [W20] und Boris [M50-] laufen auf den vierten Rang.  Etappe 2 ist eine hauptsächlich grün eingefärbte, aber dennoch schöne Mitteldistanz bei Dobravlje. Ylvi [W20] gewinnt überlegen, Werner [M50-] wird wieder Zweiter, Nico [M21Elite] sichert sich Platz 3 und Wolfgang [H55-] wird Vierter. Die drei erstgenannten stehen auch in der Wochenend-Wertung auf dem Podest und werden mit Holzmedaillen und Honig von der glücklich freifliegenden slowenischen Biene belohnt.

Wer noch nicht genug und genug Urlaubstage oder viel Tagesfreizeit hat, für den beginnt die neue Woche im Maßstab 1:5000 mit Etappe 3, einem schnellen Waldsprint mit hohem Spaßfaktor und noch höherer Postendichte nahe der Ortschaft Utovlje. Das Naturfreunde Wien-Duo Babsi [W45-] und Boris [M50-] laufen auf die Plätze Eins und Vier. Etappe 4 am Dienstag ist die karstigste. Noch mehr Steine und noch mehr Dolinen prägen die Langdistanz in Kažlje. Boris erarbeitet sich den dritten Platz. Etappe 5 am Mittwoch in Prešnica bringt das große Finale mit ganz eigenem Charakter: Flach, halboffen, unübersichtlich, aber cool. Babsi gewinnt die abschließende Mitteldistanz, Boris sichert sich den zweiten Platz.  

Karst ist Orienteering pur. Und noch viel mehr. Karst ist, wenn der Fallwind „Bora“ über die Heidelandschaft pfeift. Karst ist, wenn im Norden die mächtigen, von Schnee und Eis bedeckten Gipfel der Julischen Alpen den Horizont veredeln & wenn man von den höheren Hügeln im Westen abends die Sonne in der Adria versinken sieht. Karst ist, wenn man entlang jahrhundertealten Steinmauern wandern & durch mittelalterliche Dörfer schlendern kann. Und Karst ist gut Essen und Trinken. Gerne dürfen es ein paar Scheiben luftgetrockneter Pšut-Schinken und ein Glas Teran-Wein sein.

Hinein in den Spaß werden die österreichischen Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus verschärft. Die Buben und Mädchen der SU Schöckl haben das Pech, dass sie auf der italienischen Seite der Grenze wohnen. Sie müssen am Dienstag den 5-Tage-Lauf abbrechen und werden daheim in Graz mit 14-tägiger Heim-Quarantäne belohnt. Am Ende hat sich das Corona-Virus doch noch gegen das OL-Fieber durchgesetzt. Zumindest bei einigen.  

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