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19. Dezember 2019

Unser junger Elite-Läufer Nico Kastner wurde vor ein paar Wochen gebeten, sich für die Jahresausgabe unserer Verbandszeitung "Orientierung" Gedanken zur Zukunft unseres Sports zu machen. Seine "Vision 2030" wurde nur in stark gekürzter Form gedruckt. Aufgrund des passenden Anlasses gibt es heute den kompletten Artikel: 

Kinder, wie die Zeit vergeht. Heute ist der 19. Dezember 2019, heute habe ich meinen 21. Geburtstag. Jetzt kann ich auch schon auf 9 Jahre Orientierungslauf zurückblicken. 

Kinder, wie die Zeit erst vergehen wird. Stellen wir uns vor, heute ist der 19. Dezember 2030. Das ist (m)eine Vision...

Ich bin gerade von meinem Dauerlauf nach Hause gekommen. Es ist zwar schon dunkel, aber die Temperatur war mir mit 18 Grad fast zu warm. Schließlich ist heute der 19. Dezember 2030. Aber der Trend zum Ganzjahreslauftraining mit kurzem Trikot und kurzer Hose hat sich in den letzten Jahren nicht nur gezeigt, sondern verstärkt. Den Gedanken an die Klimaerwärmung wische ich wie die Schweißtropfen auf meiner Stirn beiseite, und erinnere mich an meinem 32. Geburtstag noch einmal an den Herbst 2019, als ich gebeten wurde, einen Artikel für die Jahresausgabe 2019 der „Orientierung“ zu verfassen. In diesem Artikel blickte ich zurück auf die Entwicklungen meiner ersten Jahre in der Szene: Damals stellte ich fest, dass sich in den 9 Jahren von 2010 bis 2019, in denen ich diesen Sport damals betrieb, einiges getan hat. Plötzlich gab es berührungsloses Stempeln. Plötzlich gab es wieder eine reine Wald-WOC, erstmalig seit Etablierung des urbanen Sprints. Plötzlich gab es mit der Mixed-Staffel und dem Knock-Out-Sprint zwei neue und spannende Bewerbe. Das alles waren damals Entwicklungsschritte weniger Jahre. Am Schluss des Artikels vermutete ich, dass dieser Trend sich so fortsetzen würde. Jetzt, wenn ich mir 2030 die Höhepunkte der OL-Entwicklung des letzten Jahrzehnts in Erinnerung rufe, kann ich sagen bzw. schreiben, dass es genauso gekommen ist. Hier ein paar Highlights der letzten Jahre:

  • Österreichs OL-Nationalteam, in dem ich nun schon zu den Routiniers gehöre, hat sich in der Division I etabliert. Wir älteren Läufer haben in den letzten Jahren viel Druck von den Jungen bekommen. Es ist sehr schwer geworden, im starken ÖFOL-Team einen Startplatz bei einem Großereignis zu bekommen.
  • die erste WM in Afrika war großartig. Tolles Gelände, qualitativ hochwertige Karten und eine perfekte Organisation legen die Latte für kommende Veranstaltung hoch.
  • Apropos Großveranstaltung. Die EOC in Österreich war ein Meilenstein für den OL in unserem Land. Die vereinsübergreifende Zusammenarbeit hat viel besser geklappt, als von vielen erwartet. Das internationale Echo war durchwegs positiv, das Gelände WM-würdig. Unglaublich was entstehen kann, wenn anstatt gegeneinander miteinander gearbeitet wird.
  • Es war nur am Anfang gewöhnungsbedürftig, dass wir die Karte mittlerweile gar nicht mehr ausdrucken, sondern mit den ultradünnen, biegsamen Tablets unterwegs sind. Das hat sich auch aus Umweltschutzgründen bewährt.
  • Und um den SI-Chip zu implantieren, ist mittlerweile auch nur mehr eine kurze Operation mit lokaler Betäubung nötig, die vom Hausarzt gegen Rezeptgebühr durchgeführt wird.
  • Gleiches gilt für die VR-Brille, die Trainings ohne vorheriges Postensetzen ermöglicht, indem sie die Posten virtuell an der richtigen Stelle einblendet.
  • Die erste LIVE-Übertragung einer österreichischen OL-Staatsmeisterschaft im ORF vor ein paar Jahren war ein voller Erfolg und hat unserem Sport wichtige Impulse gegeben. Es war die richtige Entscheidung, dieses Rennen gemeinsam mit den Tschechen zu veranstalten und dabei auf ihr „TV-know how“ zu vertrauen.

Ich bin überzeugt, dass die meisten Entwicklungen weiter zur Professionalisierung, Beliebtheit und Akzeptanz des OL beigetragen haben. Wir sollten uns auch in Zukunft vor nichts verschließen, da bin ich mir siche-....

das Piepen meines Mobiltelefons reißt mich aus meinen Gedanken. „Alles Gute zum Geburtstag. Zieh dich warm an, ich bin für die WM-Quali top in Form. Die Senioren-WM letztes Jahr war nichts für mich, jetzt fokussiere ich mich voll auf die Indoor-WOC nächstes Jahr. Alt, aber gut! Hej då und liebe Grüße auch von Melinda und den Kindern Isabella, Ida & Isak.“ Ich antworte „Danke, Kerschi“ und stelle wieder fest: OL hält jung, daran hat sich auch im Jahr 2030 nichts geändert.

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