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22. Oktober 2019

 

Samstag, 19. Oktober 2019. Wie kann man die heurige österreichische Nacht-Meisterschaft am besten beschreiben: „Wonne, Mond und Sterne ?“ Nein. „Sonnberg, Mond und Sterne ?“ Schon eher. Schließlich laufen wir in Sonnberg im Mühlkreis, aber Mond und Sterne ? Vergiss es. Es herrscht nämlich „dicke Luft“ im Wald. Dicke, weiße Luft. Nebel drückt die Sichtweite teilweise gegen Null und auf so manches Gemüt.

Aber nicht alle irrlichtern ziel- und planlos durch die Nacht. 18 Medaillen, 7 davon in Gold, 4 in Silber und 7 in Bronze sind der beste Beweis: unser Naturfreunde Wien – Orienteering Team ist immer meisterlich unterwegs. 

Wenn die österreichische Meisterschaft in der Dunkelheit wartet, dann hat man Ziele und Wünsche. Einer dieser Wünsche an sich selbst lautet womöglich: „Möge die Nacht mit dir sein“. Für viele ist sie es diesmal nicht. Der Grund ist nicht greifbar, aber doch ganz konkret. Man darf eben nicht alles glauben, was im Internet steht: „Die typische Landgemeinde Sonnberg im Mühlkreis zeichnet sich durch ihre herrliche Hügellandschaft aus. Bei einer Höhenlage von 650 - 825 m gibt es kaum nebelige Tage.“ Samstag, 19. Oktober 2019, heute ist kaum. Als die 50 nachtaktiven Naturfreundinnen und Naturfreunde im Wettkampfzentrum eintreffen, ist die Luft klar, der Himmel wolkenlos und die Sonne mit Untergehen beschäftigt. Der Nebel ist in Linz geblieben.

Kurz vor den ersten Starts um 19 Uhr 30 müssen wir diese Feststellung korrigieren. Der Nebel ist uns aus Linz gefolgt. Hat sich - wie wir - entlang der Bundesstraße 126 den Haselgraben Richtung Norden hinauf ins Leonfeldner Hochland gearbeitet. An Hellmonsödt vorbei bis Zwettl an der Rodl, um schließlich auch Sonnberg und den Dreieggwald auf 800m Seehöhe weiß einzupacken.

Nebel im Wald. Ein Volksfest für alle Freunde mystischer und stimmungsvoller Fotos. Das Problem mit dem Nebel im Wald: Er macht die Lichtstrahlen sichtbar und wirft uns das Licht unserer Stirnlampen zurück an den Kopf. Man sieht nur ein paar Meter. Lichtungen, Wiesen und Waldränder nehmen erst ganz spät Gestalt an. Ohnehin schlecht erkennbare Wege, die gerade noch da waren, verschwinden plötzlich im Grau. So laufen manche immer wieder nur in eine Richtung, die falsche. Viele erleben eine Art von sportlicher Verblendung und sind beim großen „Blinde Kuh-Spielabend“ keine Gewinner. Einige geben auf, andere stempeln falsche Posten.   

Die Nacht und unser aller Hochachtung gehört denen, die auch in der Dunkelheit ihre Stärken ausspielen können. Und davon gibt es viele in unserem Verein. Die, die sicher durch den Nebel navigieren, die mit (Über)Sicht die richtigen Routen wählen, die die Posten zur ins-Bett-geh-Zeit wie im Schlaf ansteuern und die zufrieden ins Wettkampfzentrum zurückkommen. 18 Medaillen nehmen unsere Läuferinnen und Läufer aus dieser Meisterschafts-Nacht mit. Es gibt 7x Gold für  Anja [D21-E], Jassi [D-20E], Maya [D-18E], Babsi [D45-] und Vera [D55-] sowie Clemens [H-20E] und Erik [H-18E]. Dazu 4x Silber für Manuela [D50-], sowie Oliver [H-16E], Thomas [H40-] und Peter [H55-]. Und 7x Bronze für Anika [D21-E], Tina [D-20E], Carolina & Corinna [D-14], Marina [D40-], Claudia [D50-] und Birgit [D55-], sowie Julius [H-20E].

Der dunkle Wald liegt hinter uns. Der Nebel hat sich gelichtet, den stolzen Blick auf unsere Erfolgsbilanz freigemacht und die bei einigen laufenden Zeitzeugen wieder erwachten Erinnerungen an die letzten Nacht-Meisterschaften in Sonnberg verdrängt. Denn auch damals hatten alle an einem Oktobertag mit extremen Verhältnissen zu kämpfen. Mit dichtem Schneefall. Aber das ist eine andere Geschichte. Eine aus 2007.

Ergebnisse - ÖM Nacht 2019

Zwischenzeiten - ÖM Nacht 2019

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