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21. Mai 2019

 

Das 2. Austria Cup-Wochenende des Jahres 2019 lässt das Naturfreunde Wien – Orienteering Team in St. Johann in Tirol und Hopfgarten aufschlagen. Am 18. und 19. Mai sind eine Langdistanz und die österreichischen (Staats)meisterschaften im Sprint abzuarbeiten. „Im Westen nichts Neues“ gilt aber nur im Bezug auf unsere gewohnten Erfolge. Abgesehen von Siegen, Titeln und Medaillen bringen die Tage in der Region Kitzbühel auch andere Erkenntnisse: Sperrgebiete können während des Wettkampfes wachsen und man kann auch nach Tagen des trostlosen Dauerregens ganz schnell einen Sonnenbrand bekommen.

Samstag, 18. Mai 2019. Ein sonniger Tag nimmt seinen Lauf, der Mond nimmt sich selbst für voll und die Reisetätigkeit nimmt zu. Die rot-weiß-rote OL-Familie ist auf dem Weg nach St. Johann in Tirol. Es ist auch sonst viel los an diesem Samstag: der österreichische Vizekanzler tritt zurück, der Niederländer Duncan Laurence gewinnt den Song Contest, Bayern München wird wieder Deutscher Fußball-Meister und das niederösterreichische Skigebiet Hochkar eröffnet den Liftbetrieb. Und für uns steht der 2. Austria Cup des Jahres, eine wilde Langdistanz, auf der To-do-Liste. Apropos wild:  

Der Gebirgszug des Wilden Kaisers ist ein unverrückbarer und markanter Fels in der Schlagzeilen-Brandung. Ein Stockwerk tiefer bildet der felsige Grat des Niederkaisers seine südöstliche Verlängerung. Und an dessen Fuß liegen die Hügel des Hinterkaisers, hier laufen wir die Langdistanz. Nach der Schneeschmelze hatten Wald und Wiesen drei Wochen Zeit, aufzutrocknen. Sie sind an dieser Aufgabe gescheitert. Vor allem die viele Sümpfe und Moore kommentieren den Kontakt mit unseren OL-Schuhen mit genußvollem Schmatzen. Hüttlmoos, Windwehenmoos oder Steinbichlwaldmoos sind „Überbleibsel“ der letzten Eiszeit. Die Tiroler Wildnis hat noch mehr zu bieten, Moor & more quasi. Flächendeckende Heidelbeerkulturen, Latschenfelder und umgestürzte Bäume reduzieren das Lauftempo und erhöhen den physischen Aufwand. Und wenn der engagierte Landwirt unmittelbar vor dem Rennen neue Kulturen pflanzt, und das auf der Karte ausgewiesene Sperrgebiet damit deutlich vergrößert, birgt das einen zusätzlichen Überraschungsfaktor. Und richtig spannend wird es, wenn laut schreiende Menschen gegen das Belaufen dieses nicht erkennbaren Bereiches ankämpfen: „Do derfscht net laufen“, „Wo’st laufen derfscht, waß i net!“. Es ist ein hartes Rennen, in dem Maya [D18E] & Jasmina [D20E] sowie Oli [H16E], Erik [H18E], Jannis [H20E], Ferri [H50-] & Peter [H55-] nicht zu schlagen sind. Für die Damen- und Herren-Elite ist dieser Bewerb Teil der Qualifikation für den kommenden Weltcup-Auftakt. Anika kämpft sich auf Platz 5, Nico sorgt mit Platz 2 für ein herausragendes Ergebnis und einen Eintrag im Notizbuch von Nationaltrainer Åke Jönsson.  

Sonntag, 19. Mai 2019: „Hopfgåscht“ nennen die Einheimischen ihr Dorf, wir sagen Hopfgarten. Hier gibt es 2 Musikkapellen, 2 Männer- und ebensoviele Kirchenchöre, 2 Volksbühnen und den obligatorischen Trachtenverein mit integrierter Schuhplattlergruppe - und einen historischen Ortskern, der rund um die barocke Kirche, den „Dom des Brixentales“, angelegt worden ist. Hier wird um Gold, Silber & Bronze, um die österreichischen (Staats)Meistertitel gesprintet. Der Tag ist der strahlende Beweis, dass Hopfgarten in einer klimatisch begünstigten Lage an der Brixentaler Ache liegt. Gleich neben der Talstation der Seilbahn, die hinauf zur Hohen Salve und mitten hinein in die SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental führt, befindet sich auf einer großen Wiese die Arena. Hier werden im Winter die Kinder in die Geheimnisse des Schifahrens eingeweiht. Aus diesem Grund gibt es auch keine Bäume. Was schade ist an einem Tag, an dem die Sonne beweist, dass sie uns so richtig einheizen kann. Genauso wie Jannis als „Noch-Junior“ den Elite-Läufern in der Staatsmeisterschaftsentscheidung einheizt. Am Ende wird er sehr starker 4., nur 4 Sekunden fehlen auf die Bronze-Medaille. Bei Anika sind es 15, sie wird sehr gute 4. der Damen-Staatsmeisterschaft.

Dafür sorgen in diesem Sprint mit vielen Fehlstempeln, Disqualifikationen und Diskussionen unsere Jugendlichen & Senioren für 18 ÖM-Medaillen. Gold gewinnen Maya [D18E], Tina [D20E], Babsi [D45-] & Vera [D55-] sowie Jakob [H18E], Ferri [H50-] und Peter [H55-]. Silber sichern sich Jasmina [D20E] & Christine [D45-] sowie Erik [H18E], Thomas [H40-], Wolfi [H45-], Wolfgang [H55-] & Ernst [H75-]. Und zu Bronze sprinten Ylvi [D20E], Marina [D40-], Anton [H16E] und Boris [H50-]. Sie alle sind im Zentrum von Hopfgarten, dieser unregelmäßigen Siedlung mit ihren kleinen Gassen und Plätzen, fünf Bächen und zahlreichen Brücken, Stegen und Stiegen mehr oder weniger gut zurechtgekommen. Den größten Fehler konnte man ohnehin schon vor dem Start machen: wer sich nicht eingeschmiert hat, den haben spätestens am Abend Schmerzen daran erinnert. Sonnenbrand im Kinderskiland, herzliche Urlaubsgrüße aus Hopfgarten.

Fotos 

Fotos - Langdistanz (von T. Egger)

Fotos - Sprint (von T. Egger)

Ergebnisse - Langdistanz St. Johann

Zwischenzeiten - Langdistanz St. Johann

Ergebnisse - Sprint Hopfgarten

Zwischenzeiten - Sprint Hopfgarten

 

 

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