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27. September 2018

Eine Woche lang „kenianisch trainieren“? Klingt interessant! Und man muss dafür nicht einmal nach Kenia reisen. Run2gether macht dies möglich – und zwar in Österreich! Vier begeisterte Naturfreunde Wien-LäuferInnen, die Ende August 2018 eine Woche am Hochrindl in den Kärntner Nockbergen verbrachten und dabei nicht nur die kenianischen Laufgewohnheiten kennenlernen durften, haben einiges zu berichten.

Run2gether, ursprünglich ein Projekt, ist heute ein Verein, der es kenianischen Top-AthletInnen ermöglicht, den Sommer in Österreich zu verbringen, um hier in Europa bei Laufwettkämpfen teilnehmen zu können. Der Verein lädt dazu Hobby- und Leistungssportler zu Trainingswochen am Hochrindl ein, bei denen die kenianischen AthletInnen die Laufgäste eine Woche lang bei allen Trainings, aber auch bei der Ernährung und Regeneration begleiten.
Jassi, Jannis, Erik und Flo K. nutzten diese Chance und verbrachten Ende August sechs Tage im Laufcamp auf 1600 Metern Seehöhe, gemeinsam mit anderen 20 Gästen aus ganz Europa.
Das Programm war attraktiv und intensiv. Neben vielen Laufeinheiten standen auch Kraft- und Laufstilübungen sowie regenerative Übungen auf der Tagesordnung.

Der Tag wurde meist mit einem Morningrun vor dem Frühstück eröffnet. Langschläfer kamen nicht auf ihre Rechnung, da pünktlich um 6:30 Uhr gestartet wurde. Gleich zu Beginn der Woche bekam jeder Laufgast einen persönlichen kenianischen Pacemaker, der ihn durch die ganze Woche führte.

Täglich konnten die LäuferInnen an ihre Grenzen gehen. Dienstags stand am Nachmittag das Speedwork am Trainingsplan, das in Feldkirchen durchgeführt wurde. 20 Minuten lang wurde abwechselnd schnell und langsam gelaufen, wobei man die Intervallzeiten nicht wusste und somit sehr flexibel sein musste.
Am Donnerstag, so wie übrigens in ganz Kenia auch, war Hillwork angesagt. Schnelle Bergaufsprints wechselten mit langsamen Hinunterjoggen. Die Pacemaker, aber auch die Trainingskollegen pushten einander bis zur Ausbelastung.
Läuferisches Highlight für die vier Naturfreunde war der Berglauf vom Hochrindl zur Turracher Höhe. Zwischen 15 und 20km (je nach Leistungsstufe) und über 1000 Höhenmeter waren in der einzigartigen Landschaft in den Nockbergen zu bewältigen. Jannis und Flo, die mit Pacemaker Maina und Run2gether-Koordinator Thomas Krejci liefen, waren begeistert vom Trailrun: „Es war ein tolles Erlebnis - gegen Ende wurde es dann schon zach!“
Zum Abschluss der Trainingswoche wurde die Run2gether-Challenge ausgetragen, bei der alle Laufgäste auf einer Strecke von 6 km an deren persönliche Limits gehen konnten.

Aber nicht nur gelaufen wurde mit den KenianerInnen, sondern auch gekocht, gegessen, Tee getrunken und getratscht. Untergebracht in den Zimmern des JUFAs Hochrindl, bekochten uns die SpitzenathleInnen mit kenianischem Essen, bestehend aus sehr viel Kohlehydraten, pflanzlichen Eiweißquellen und dazu gab es reichlich kenianischen Chai-Tee mit Milch. Erstaunlich, dass die kenianischen TopläuferInnen gänzlich auf Fleisch in ihrer Ernährung verzichten.

In der „Freizeit“ beschäftigten sich die vier jungen LeistungssportlerInnen mit "Blackrollen", Stretching und Tischtennisspielen. Auch geschlafen wurde manchmal untertags, um sich perfekt zu regenerieren. Zwischendurch wurde noch viel besprochen und diskutiert– sowohl über zukünftige Vereinsprojekte des Naturfreunde Wien Orienteering Teams, als auch über Themen abseits des Sports.

Lange in Erinnerung bleiben wird jedenfalls das hautnahe Training und Beisammensein mit Top-LäuferInnen aus Kenia. „Die freundliche Stimmung unter den AthletInnen und das perfekte Wetter trugen zur allgemeinen Begeisterung bei“, meinte Erik. Aber auch das großartige Training mit schnellen TrainingspartnerInnen hat die Woche zu einem sehr speziellen Erlebnis gemacht.

Am darauffolgenden Wochenende stellten alle drei EliteläuferInnen - Jassi, Jannis und Flo – unter Beweis, dass sie sich ausreichend erholt haben und beeindruckten mit ihren TeamkollegInnen jeweils mit der Staatsmeisterschaftsgoldmedaille in der Staffel. 

Es scheint, als hätte die Trainingswoche mit den KenianerInnen gefruchtet. Nicht nur deshalb wird eine Wiederholung im nächsten Jahr, vielleicht mit höherer Naturfreunde-Beteiligung, jedenfalls angestrebt.   [Ein Bericht von Flo Kurz]

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