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Keller. Dachboden. Radgeschäft. Wohnzimmer. Gartenhütte. Garage. Radständer am Bahnhof. Bei der Mama im Sommerhäuschen. Schlafzimmerwand. Egal, wo das Mountainbike den Winter verbracht hat, spätestens am 14. und 15. April 2018 war Zeit für eine allgemeine Fahrrad-Befreiungsaktion. Denn an diesem Wochenende wurde der Austria Cup 2018 im Mountainbike-Orienteering eröffnet. „Biken mit Seeblick“ lautete die Devise, „Balaton statt Bisamberg“ das Motto der ersten beiden Rennen der Saison, die in Ungarn gefahren wurden. 160 Wettkämpferinnen aus 7 Ländern kamen zum „Balaton-MTBO 2018“ und beendeten die Zeit der (winterlichen) Stille am Plattensee. Auch die vier bereiften Naturfreunde Christine, Babsi, Nico und Boris erteilten ihren Mountainbikes (endlich) Freigang und sammelten erste harte Wettkampf-Kilometer. Mit wechselndem Erfolg.

Wenn man sich in Györ dem Süden zuwendet, Veszprem und den Balaton ansteuert, darf man nicht erwarten, dass man in den bewaldeten Hügeln des Plattensee-Hochlandes mit seinem PKW die Baumgrenze erreicht und man muss auch grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass im Frühling die Schneefräsen unterwegs sind um nach der Wintersperre die Straße wieder befahrbar zu machen. Die mächtigste Erhebung, der Kab-Hegy richtet sich aber immerhin 599m auf, allerdings wird er von Gebirgs-Puritanern und Experten nicht als gestandener Berg qualifiziert, dazu ist der Höhenunterschied zur Umgebung zu gering. Ungeachtet dessen gibt es aber ebenso eindeutige wie unerwartete Indizien, dass man sich in (zwar kleinen, aber immerhin) Bergen befindet. In der lieblichen Gemeinde Epleny wird die nördliche Ortseinfahrt mit auf einer Liftstütze hängenden Sesselliftsesseln geschmückt, am südlichen Ortsrand ist eine Schneekanone (de)platziert. Das Schigebiet von Epleny liegt zwischen 335 und 515m, bietet einen Vierersessellift und ein paar Schlepplifte, sowie uns unerwartete optische Eindrücke.

Der Balaton ist von Epleny keine 30 Kilometer entfernt. In einem kleinen Erlebnispark nahe dem Dorf Czopak inmitten der Hügel über dem See befindet sich das Wettkampfzentrum. Am Samstag brechen wir von hier zu einem Mitteldistanz-Rennen auf. Das Gelände mit seinem dichten Wegenetz bietet flachere Abschnitte, dazu aber auch steilere Bereiche und einige richtige Rampen. Der Boden ist manchmal steinig, meistens lehmig, und trotz der grundsätzlich herrschenden Trockenheit gibt es einige große, tiefe Lacken. Ungeachtet aller radfahrtechnischen Unannehmlichkeiten geht es dahin, von Posten zu Posten, rauf und runter, links und rechts. Hart und lang. Also sehr lang Mitteldistanz-lang. Der Blick auf die Zeiten lässt im Ziel nur zwei Schlüsse zu: entweder der Bahnleger war in manchen Kategorien hoch- bis übermotiviert oder wir sind nicht zwingend in einer Frühform. So weit, so gut. Babsi und Christine fahren in der Kategorie W40- auf die Plätze 3 und 5, Nico ordnet sich in der knappen Entscheidung bei den Junioren H18-20 auf Platz 4 ein.

Nicht ganz so weit, nicht ganz so gut. Für Boris endet der Saisonauftakt enttäuschend und vorzeitig. Ab Posten 8 kann er, sein Bike schiebend und den Blick über den Balaton wandern lassend über den Satz „Wenn ich den Platten seh“ und die negative seiner zwei Bedeutungen nachdenken. Die Luft ist draußen, nicht nur aus den Lungen, auch aus dem Hinterreifen. Patschen, und aus.

Am Sonntag treten dann Christine und Nico zur ersten Langdistanz-Prüfung des Jahres an. Bei den Damen W40- radelt Christine auf Platz 4. Bei den Junioren H18-20 entscheiden nach 88 Minuten genau 3 Sekunden über Sieg und Platz 2, nur lächerliche 3 Sekunden nach insgesamt 5280 Sekunden Fahrzeit. Der glückliche Sieger an diesem Tag ist Nico, er benötigt für 27km mit gerecht verteilten 450 Höhenmetern schließlich genau 88:00 Minuten. Nico ist gefahren wie Pizzera & Jaus singen, nämlich „unerhört solide“.

Und wohin jetzt mit dem Mountainbike ? Dachboden, Radgeschäft, Schlafzimmerwand? Nein, das zahlt sich gar nicht aus. Denn der Austria Cup wird schon am 28. und 29. April in der (und um die) Kaserne Wals-Siezenheim fortgesetzt. Mit drei Rennen in zwei Tagen. Für zwei Sprints und eine Mitteldistanz nach Salzburg zu fahren, das zahlt sich aus.

Ergebnisse Samstag

Ergebnisse Sonntag

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