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Auch am Ende der erfolgreichen Saison war der Hunger noch groß, der Appetit noch da. Nach guten Mahlzeiten und guten Läufen gleichermaßen. Um diese Bedürfnisse zu befriedigen, ist Rom ein perfektes Speise- und Reiseziel. Der kulinarisch-sportliche Vereinsausflug führte 43 Naturfreundinnen und Naturfreunde von 25. bis 30. Oktober in die italienische Hauptstadt zum „Rome-Orienteering-Meeting-2017“. Insgesamt nahmen 630 Läuferinnen und Läufer aus 30 Nationen an der festlich gedeckten Tafel Platz.

Essen in Italien, das ist mehr als eine Tätigkeit, um satt zu werden. Ein gemütliches Essen in großer (Naturfreunde-)Runde ist auch ein kommunikatives und eventartiges Miteinander, ist ein unterhaltsames und erholsames Fest. Die Zeit zwischen den Mahlzeiten haben wir uns mit spannenden Verdauungsläufen verkürzt. Ein paar herrliche Tage lang genossen wir Pizza, Pasta & Podestplätze.

Zur großen Wiener Genießer-Gruppe gehörten die Familien Biel, Calvet, Hejjas/Fedorczuk, Hilbert, Hlosta, Hofstätter, Gassner jun., Gassner sen., Kastner, Reisenbauer, Skern, Tesarek, Tiefenböck und Wolfram. Auch am Anfang unserer herbstlichen Menüfolge stand der Aperitivo. Diesen haben wir bereits in den kuscheligen Abteilen des NightJet EN 40233 von Wien-Hauptbahnhof nach Roma-Termini zu uns genommen. Ein Gläschen, beziehungsweise ein Plastikbecherchen Prosecco kann ja nicht schaden und wurde dankenswerterweise von den ÖBB zur Verfügung gestellt. Die Nacht verging wie im Zug und ein paar Fläschchen später erwachten wir in Italien.

Den (Night)Jet-Lag bekämpften wir am 26. Oktober mit den Antipasti, den Vorspeisen. Diese bestehen aus vielen kleinen (und auch großen) Spezialitäten, denen wir uns unter strahlend blauem und wolkenlosem Himmel widmen konnten und die in Rom in ausreichendem Maß vorhanden sind. 2000 Jahre alt, aber gut. Mit Karten ausgestattet liefen wir durch die ewige Stadt. Allerdings mit Karten, auf denen statt Posten Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Erfolgreich testeten wir Routenwahlen zwischen Kolosseum & Pantheon-Tempel, der spanischen Treppe & dem Trevi-Brunnen, und genossen Piazza Navona & Pizza Margerita. Historische Häppchen & leckere Snacks. Beim Trevi-Brunnen wurden einige aus unserer Gruppe Augenzeugen eines (Lebensmittel)Farb-Anschlages. Ein, den Behörden bekannter „Künstler“ mit extremen Ansichten sorgte mit roter Farbe für eine extreme Ansicht des Wassers im Becken des berühmten Brunnens. Kurz herrschte Aufregung bei den Sicherheitskräften, aber ebenso schnell wie sich die Lage beruhigte wurde der rote Saft auch wieder entfernt und der Vorfall war am Abend beim Zusammensitzen im Schanigarten schon fast wieder vergessen. Edler Roter Saft von viel besserer Qualität half dabei. In Maßen genossen ist Rotwein ja sogar Medizin.

Nach der ersten Nacht in unseren römischen Betten im gemütlichen Hotel Laurentia nutzen wir den Vormittag des 27. Oktober, um den Appetit weiter anzuregen, schließlich folgte am Nachmittag doch die Primi Piatti, der erster (sportliche) Hauptgang. Es galt dabei, schnell ein paar Gänge hochzuschalten. Die erste Etappe dieses 3-Tage-Laufes war ein Sprint im Caffarella-Park im Südosten Roms. Den kulinarischen Traditionen entsprechend ist der erste Hauptgang in Italien nicht so üppig wie anderswo, da passte dieser schnelle Sprint perfekt in den Menüplan. Auch wenn der Caffarella-Park nicht zu den gepflegtesten Erholungsräumen Roms zählt, machte es Spaß, hier zu laufen. Viele Richtungswechsel, viele Posten und viel Kompass-Laufen waren die Zutaten. „Wohl bekomms“ dachten wir uns und sprinteten aufs Podest. Maya [W16] und Ylvi [W18] gewannen den Auftaktbewerb. Tina [W18], Anika [W21Elite], Marina [W40] und Babsi [W45], sowie Boris [M45] und Ferri [M50] sicherten sich jeweils den 2. Platz. Und für Christine [W45], Katja [W50] und Flo [M21B] gab es Platz 3. Dazu starteten Corinna [W12] und unser - laut Sprecher - „bright young rising star from Austria“ Nico [M21Elite] mit Platz 4 ins Wochenende.

Nach einer kleinen (Schlaf)Pause ging es am 28. Oktober zur Secondi Piatti. Der zweite Gang wurde am Samstag eingenommen, und zwar als Brunch. Das g‘schmackige Freiluft-Gelage begab sich in der größten Parkanlage der Stadt, der Villa Pamphili. Normalerweise wird als Secondi Piatti Fleisch oder Fisch ohne Beilagen serviert. Dieses Mitteldistanz-Rennen war Fleisch und Fisch mit Beilage, soviel war hier auf dem Teller. Der wunderbar gepflegte Park aus dem 17. Jahrhundert mit seinen großen Wiesenflächen, Seen und kleinen Wasserläufen bot auch lichte und dichte Waldabschnitte, das eine oder andere Wege-Labyrinth, mehrere Brücken und einen (Unterwasser-)Tunnel sowie Höhenmeter zur allgemeinen Verwendung. Die Sonne strahlte ebenso wie wir Naturfreunde: Tina [W18] und Attila [M70] über Platz 1, Ylvi [W18] und Ferri [M50] über Platz 2, Maya [W16], Babsi [W45] und Nico [M21Elite] über Platz 3. Dazu standen Anika [W21Elite] und Julius [M18] als 4. ganz knapp neben dem Podest. Nach dem Essen sollst Du ruhen oder 1.000 Schritte tun. Oder 2.000. Wir lenkten unsere Schritte in den rund drei Kilometer entfernten Vatikan und – nach einer Wartezeit von 45 Minuten – durch den Petersdom. Die abendliche Nachbesprechung folgte wieder mit Essen, Trinken, Plaudern und Lachen unter freiem Himmel. Auch in der Küche herrschte entspannte Atmosphäre. Da kann dann schon mal ein Bestellung „verloren gehen“. Das ist aber in Italien kein Problem und dauert bis zur Behebung nur „due minuti!“. Sofort wurde fieberhaft an der Korrektur des Fehlers gearbeitet, gründlich gearbeitet. Denn auch 10 oder 20 Minuten später waren es nur noch „due minuti!“.

Und schon war Sonntag. Beim Nachtisch gibt es Pflichtprogramm (Espresso) und Kür. Man kann zwischen Dolci (Kuchen, Creme…), Frutta (Obst) oder Formaggio (Käse) wählen, wobei das eine das andere nicht zwangsläufig ausschließt.  Wir wollten alles und wir bekamen alles. Die 3. Etappe wurde direkt im Zentrum Roms gelaufen: durch die historische Altstadt, am Forum Romanum entlang, über/rund um das Kapitol, neben dem Kolosseum. Links & rechts, hin & her, rauf & runter. Eine Mitteldistanz lang liefen wir Slalom durch die Besuchermassen. Das Wort „Touristenfalle“ bekam eine ganz neue Bedeutung. Auch auf dieser letzten Etappe setzten wir unseren Erfolgslauf fort: Platz 1 gab es für Maya [W16], Ylvi [W18], Babsi [W45] und Ferri [H50]. Platz 2 für Tina [W18] und Flo [M21B]. Platz 3 für Corinna [W12], Rita [W16], Nico [M21Elite] und Attila [M70].

Il Conto, per favore !“. Nach drei Etappen und vielen Mahlzeiten ließen wir uns gerne die (Schluss)Rechnung vorlegen. „Naturfreunde Wien, (erfolgreiche) zahlen bitte !“ hieß es sinngemäß bei der Siegerehrung der Gesamtwertung nach 3 Tagen. Wir waren nicht nur der größte Verein beim Rome-Orienteering-Meeting-2017, sondern auch der erfolgreichste. Goldene Löffel  gab es für unsere Gesamtsieger: Maya [W16], Ylvi [W18] und Ferri [M50]. Silberbesteck erhielten die Zweitplatzierten: Tina [W18], Babsi [W45] und Flo [M21B]. Bronzeteller die Dritten: Nico [M21Elite] und Boris [M45].

Wir (und unsere Taschen) waren vollgestopft. Aber noch wartete der Digestiv, um das italienische Essen abzuschließen. Entweder man bestellt sich einen Grappa beziehungsweise einen fruchtig-frischen Limoncello, oder man verarbeitet den im NightJet EN 40294 wieder bereitgestellten Prosecco und zugleich auch das in den letzten Tagen Erlebte. Gut Essen & Trinken, gut Laufen & Orientieren, (sich in netter Gemeinschaft) gut unterhalten & fühlen. Das muss es sein, das Dolce Vita. Wir haben es erlebt, das süße Leben. Mit Pizza, Pasta & Podestplätzen.

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