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Gold und Silber für Jasmina und JannisJaJa: Jasmina verteidigt den Schul-WM Titel ihrer Schwester, Jannis erobert Silber in Lang- und Mitteldistanz...
und alle neun Wiener Naturfreunde kommen mit einem Erfolgserlebnis aus Portugal zurück!

(Ernst Bonek berichtet von seinen Eindrücken aus Portugal)

Aber schön der Reihe nach.
Beim Schul-OL ist alles anders. Die Kategorien, die eine Minute vor dem Zeitstart, in der man sich die Karte anschauen darf,  die gemeinsame Fahrt zum Start,....

Die Klasse W1 der älteren Mädchen umfasst die 16- und 17-Jährigen, Denise und Anika waren also leicht im Vorteil. In W2 starteten Tina und Jasmina; sie waren jünger als ihre 15-jährigen Gegnerinnen. Bei den älteren Burschen war Flo der einzige Starter aus Wien. Gerade in seiner Klasse M1 machte sich das eine Jahr jünger zu sein als die Gegner aufgrund des intensiven Trainings dieser Altersgruppe stark bemerkbar. In M2 war fast die ganze Mannschaft von den Naturfreunden Wien (Jannis, Nico, Dominik, Clemens), Geog Gröll aus Graz vervollständigte die Fünfzahl. Dank an den verantwortlichen Leiter Eugen Kainrath, der für die  20 Läufer der Selected Teams nicht nur neun Wiener Naturfreunde ausgewählt hatte, sondern allen auch die gewünschte Startgruppe zuwies – ohne Wenn und Aber.
Claudia war als offizielle ÖFOL-Betreuerin der österreichischen Mädchen mitgereist und umsorgte Alle liebevoll.
Monte Gordo an der portugiesischen Algarve ist eine  künstliche Hotelstadt par excellence - quasi ein Jesolo der Briten, Holländer und Schweden. In jedem Häuserblock sieben Restaurants und Souvenirgeschäfte, aber kein einziger ordentlicher Lebensmittelmarkt. Die Jugendlichen waren in einem 4-Sterne Hotel untergebracht, einem riesigen Bau nach Art des Turms von Babylon. Das vorherrschende  Sprachengewirr hat dazu gepasst. Das blockweise Essengehen wurde nicht geschätzt, zumal das Essen nicht unbedingt für Ausdauersportler ausgewählt war.

Nach langem Warten entwickelte sich die Eröffnungszeremonie zu einem wirklich schönen Fest, wenn auch gegen Ende ein wenig zu langatmig. (auf http://www.youtube.com/watch?v=-yHVTMVu338 ausführlich anzusehen). Jannis und Clemens genossen es sichtlich, hinter der Österreichtafel an der Spitze der Nationen ins Stadion einzumarschieren. Das Fairnessgelöbnis durfte Denise auf Deutsch sprechen – mit fester Stimme, ohne Versprecher.

Die zwei model events, an einem Vormittag, hatten es in sich. Zuerst ein flacher Dünenwald mit dauernd wechselndem Bewuchs, wenig Bäumen und vielen Ginsterbüschen: dunkelgrün undurchdringlich, mittelgrün undurchdringlich, hellgrün vielleicht auch, aber vorher weiß man’s nicht. Doppelt grün schraffiert nicht viel besser und für Kinder auch ‚mannshoch’. Dazwischen offene Flächen ohne deutlichen Rand.


Dann, immer busweise abkommandiert,  zu einem hügeligen, vollkommen offenen Gebiet mit Sichtweiten von Hunderten von Metern. (Und zusammengewartet, bis alle acht Busse besetzt waren. Schule eben.) Dort konnte man die Höhenkurven sehr schön verfolgen, aber nur mit dem Auge. Der Boden hart, von Disteln und stacheligen Büschen fast vollständig bedeckt. (Trotzdem wird Nico dieses Gelände drei Tage später ‚cool’ finden.) Ich hab mir das Ablaufen einer Wettkampfstrecke dort erspart.


Im Dünenwald hingegen war ich mit Claudia unterwegs – ohne sie hätte ich einige Postenstandorte überhaupt nicht gefunden. Es bleibt mir ein Rätsel, wie alle Unsrigen da herausgefunden haben, aber auch große Bewunderung.

Mitteldistanz
Für die Mitteldistanz im flachen Dünengebiet hielt ich mich mit Ratschlägen zurück, einfach, weil ich nicht wusste, was ich den Jugendlichen hätte empfehlen sollen. Postenbeschreibung zu Ende lesen war das Einzige, das ich für sie brauchbar hielt, ohne sie zu verwirren.
Der Start war vom Hotel aus zu Fuß zu erreichen, das Ziel im tiefen Sand des Strands auch. Clemens startete als Erster, was bei der Hitze und der unbarmherzig herabbrennenden Sonne nicht unbedingt ein Nachteil war. So sollte zB der Lette, der in M2 ebenfalls in der ersten Startgruppe lief, die Mitteldistanz gewinnen. Clemens kam auch als Erster seiner Klasse ins Ziel.
Ich hatte mich im Ziel mit mehreren 5- Liter Kanistern Wasser eingedeckt und goss jedem Österreicher, der es wünschte, Wasser literwiese über den Kopf – und es wollten alle. Als offizielles Zielgetränk gab es Mineralwasser, ¼ Liter pro Läufer!  Bei der Hitze!
Dominik kam mit einer sehr guten Zeit ins Ziel (letztendlich 11. von 53), aber Nico ließ auf sich warten. Anfangs hatte sich die Sprecherin überschlagen  mit  ‚New best time’, ‚New second best time’ in immer wechselnden Klassen, mit ‚fourth best time at the spectator control’..., sodass man eher verwirrt als informiert wurde. Und das Aufhängen der Zeiten mit Namenstafeln dauerte sowieso ewig.

Ich hatte gehofft, dass Jannis, dem ich eine Zeit um 20 min zutraute, bald angesagt würde. Wurde er zwar nicht,  war aber dann plötzlich da und eroberte sensationell Silber.

Jasmina, die zwei Minuten hinter Jannis gestartet war, wurde hingegen über Lautsprecher angekündigt: 1 Sekunde hinter der Bestzeit  beim Zuschauerposten! Nach zwei bangen Minuten des Wartens kam sie auch schon über die Düne herunter gesprungen, geradewegs den letzten Posten ansteuernd. Die Sprecherin überschlug sich, und Jasmina stürmte durch den tiefen Sand mit Bestzeit ins Ziel. (Vom letzten Posten ins Ziel war sie schneller als alle anderen Mädchen, egal welcher Klasse, und auch schneller als die österreichischen Burschen in M2.) Was vielleicht mancher insgeheim gehofft hatte, aber überhaupt nicht zu erwarten gewesen war: Jasmina wiederholte den Sieg ihrer Schwester von vor zwei Jahren, ebenfalls in W2 Selected Mitteldistanz. Dabei war Jassi nach einem 3-Minuten-Fehler bei Posten 2 noch an 37. Stelle gelegen.
Tina überwand ihre Abneigung gegen ‚Richtung laufen’, meisterte das unübersichtliche Gelände ausgezeichnet und schrieb als 11. für die Mannschaftswertung an (es werden jeweils die drei besten Zeiten addiert), was sich zwei Tage später als wichtig für den Gesamtsieg der Österreicherinnen in der Klasse W2 Selected herausstellen sollte.
Und Anika? Beim 1. Posten aus der Karte gelaufen, vergab sie ihre Chancen auf einen Spitzenplatz. Da halfen ihr auch durchwegs gute Teilzeiten ins Ziel nicht mehr. Wie schön, wenn man eine Schwester hat, in deren Umarmung man getröstet wird!
Dafür sprang Denise in die Bresche. Mit einem klugen, kontrollierten Lauf eroberte sie als 6. eines der begehrten Diplome und durfte bei der Siegerehrung auf dem Podium stehen. Die Siegerehrungen waren übrigens sehr stimmungsvoll mit heroischer Hintergrundmusik organsiert. Auch Franz Hartinger als ISF-Verantwortlicher durfte einmal Diplome und Sonnenblumen überreichen. Flo, der es in M1 Selected von vorherein am schwersten hatte,  war mit seiner Leistung nicht zufrieden.

Wenn gezählte zwei Drittel des Feldes in W1 Selected den 1. Posten nicht auf Anhieb finden, ist das nicht Startnervosität sondern ein echter Bahnlegerfehler. (Im Laufe meines OL-Lebens habe ich es als vorteilhaft gefunden, die Verantwortung für mein Misslingen von mir weg- und Anderen in die Schuhe zu schieben (Kartenzeichner, Bahnleger,...). Ist gut für’s Selbstbewusstsein.) Aber schaut selbst. Zu allem Überfluss war der im Nordwesten eingezeichnete 7-er Weg im Gelände genauso wenig sichtbar wie der 8-er Weg dazwischen.

Langdistanz
Bei der Langdistanz wurden die Karten neu gemischt: gute Geländesicht, viele Höhenkurven, die richtig zu interpretieren waren. Wie bei der Mitteldistanz allerdings eine unfaire Bahnanlage, bei der der Start so gewählt war, dass die später Startenden die Routenwahlen ihrer früher gestarteten Konkurrenten überblicken konnten.

Was unsere Läufer erwartete, konnte man an der Vorbereitung der Schweden erkennen: zum Schutz gegen die omnipräsenten Dornen und Stacheln klebten sie sich Tape in mehreren Lagen über Schienbeine und Oberschenkel, einige sogar direkt auf die Haut. Claudia überlegte kurz es nachzumachen, doch dann entschieden wir, dass das für unsre Läufer doch zu ungewohnt sei. (Vielleicht hätte es sich bei Clemens ausgezahlt, der mit Pusteln an den Beinen übersät aus dem Wald, falsch , Gelände zurückkam. Jedenfalls hatten alle noch eine Woche nach dem Lauf Dornen in den Beinen stecken.)

Jannis hatte leider nicht das nötige Glück, das man für einen Sieg bei einem internationalen Wettkampf zusätzlich zur eigenen Leistung braucht. Ganze fünf Sekunden fehlten ihm auf den ersten Platz, aber auch der zweite war sensationell,  ebenso wie der vierte Platz von Dominik. Dominik kostete den Zwiespalt zwischen Irritation und Vorteil, den es bedeutet in einem ‚Packl’ zu laufen, voll aus. Die beinharte Konkurrenz bei internationalen Läufen musste auch Nico erfahren, dem die höhenkurvenbetonte Laufanlage voll taugte, und er – es ist nicht zu fassen – zwischen Posten 4 und 7 an der Spitze lag (und sie dann an Jannis abgab, aber leider nur vorübergehend!) http://www.obasen.nu/winsplits/online/en/default.asp?page=table&databaseId=24972&categoryId=1 . Dass es dennoch ‚nur’ zu einem zweiten Platz in der Teamwertung M2 reichte, ist den Engländern zu ‚verdanken’, die die Plätze 1,3 und 5 belegten.

Auch unsere  Mädchen schlugen sich hervorragend. Jasmina als Zweite musste sich nur einer Engländerin geschlagen geben, die sich, wie auch die Burschen, mit dem Laufen auf Sicht offenbar wie zu Hause in Britannien fühlte. (Die Briten eroberten von insgesamt 24 Podestplätzen an diesem Tag nicht weniger als 11.)  Tina schätze das ruppige Unterholz nicht so sehr, dennoch gelang ihr mit Platz 14 wieder ein ansprechendes Ergebnis.
Noch nie waren unsere M2 und W2  Läuferinnen vorher eine so lange Strecke mit 300 Höhenmetern gelaufen – eine außerordentliche Leistung!
Anika legte einen fast fehlerlosen Lauf hin, bewies damit ihre Konkurrenzfähigkeit auf internationaler Ebene und wurde mit einem vierten Platz (Diplom) belohnt. Denise war auch nicht schlecht unterwegs, blieb allerdings zu Posten 7 offenbar im Dornengestrüpp stecken. Flo war diesmal mit sich zufrieden – zu Recht, wie ich meine: keinen Fehler bei irgendeinem der 20 Posten, eine solide Laufleistung und insgesamt 26. von 66.

Beim abschließenden Freundschaftsbewerb, einem Score-OL für zusammengeloste Dreierteams, holte sich auch Clemens sein sportliches Erfolgserlebnis. Mit einer Britin und einem Portugiesen  wurde er Erster!

Sozialkontakte querbeet kamen vor allem beim internationalen Nachmittag zu ihrem Recht. Unsere Mädchen fertigten nicht weniger als 11 Apfelstrudel an, die im Nu weggefressen waren. Auch unsere Naturfreunde Wien-Karten fanden reißenden Absatz .

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Homepage der Veranstaltung unter http://www.isfori2013.pt/en . Wer sich das Durchforsten von tausend nichtssagenden Bildern ersparen will, kann gezielt unsere Jugendlichen finden unter
=> Event photos => Nations Evening
Nacoes-53: Jassi, Flo, Dominik
beziehungsweise

=> Competition - Middle distance race
Competicao-379       Clemens
Competicao-308       Denise
Competicao-36       
Competicao-290       Tina
Competicao-208       Anika
Competicao-168       Jannis
Competicao-7
Competicao-161       Jannis, Jassi, Denise
Competicao-19         Jassi

=> Competition - Long distance race
Competicao_1904-3 Dominik
Competicao_1904-251 Florian
Competicao_1904-149 Anika
Competicao_1904-20

=> Training
treino-155                 alle Österreicher
treino-84                   Claudia +

=> Friendship Team Event
amizade-243             Clemens
amizade-85
amizade-121             Nico

PS: Meinen umfangreichen Erste Hilfe-Koffer habe ich Gott-sei-Dank unbenützt nach Hause gebracht.

Ernst Bonek 

 

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